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Inhaltsverzeichnis
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Neben einem starken Mann steht eine starke Frau.
Und diesen starken Frauen ist mein Buch gewidmet,
vor allem meiner Ehefrau Sybille.
Werner Mang

1. Gesellschaftskrise, Werteverlust und Schönheitswahn
»Warum ich dieses Buch schreibe: Die Schönheitschirurgie ist ein Spiegel der Gesellschaft.« Werner Mang
 
Sex sells, heißt es. Diese Erkenntnis stimmt nur bedingt. In Wirklichkeit ist es die Schönheit, die verkauft; sie ist der goldene Schlüssel für ein ganzes Leben. Gutes Aussehen, wie wir es, entsprechend unserem, westlichen Empfinden, anstreben, ist ein Türöffner auf dem Weg zum Erfolg, vor allem beim spannendsten Aufeinandertreffen in unserem Dasein: der Begegnung von Frau und Mann. Schöne Menschen sind da klar im Vorteil, so erbarmungslos sind nun mal die Regeln der Auswahl, der Natur. Schönheit kennt – wie auch Intelligenz – keine Gerechtigkeit. Man hat sie, oder man hat sie eben nicht; ob verdient oder unverdient, spielt nicht die geringste Rolle. Ohne Unterschiede – von Schön und Hässlich, von Arm und Reich – käme es zum Stillstand. Es gäbe keine Konkurrenz, keinen Wettkampf mehr. Wenn wir alle reich wären, wären wir alle arm.
Das positive Unterscheidungspotenzial steuert den Erfolg. Allerdings: Wer hässlich ist und nichts dagegen unternimmt, bleibt in den allermeisten Fällen auf der Strecke. Das ist bitter, aber harte Realität. Schönheit ist ein Kapital, das die Laufbahn bestimmt und bestechend wirkt. Das fängt schon in der Familie an, wo hübsche Kinder wegen ihres süßen Auftretens bevorzugt werden. Das ist in der Schule so und auch im Beruf. Schönheit, oder sagen wir besser Attraktivität, weckt Sympathie, und Sympathie beschleunigt den Aufbau von Vertrauen. Bei jedem Neubeginn, ob im Privatleben oder im Beruf, steht die Attraktivität im Vordergrund. Erst dann kommen die inneren Werte, die Qualitäten des Restmenschen. Es ist wie mit der Verpackung von Produkten: Zu einer Praline greift man ohne zu zögern, wenn sie appetitlich eingewickelt ist und einen leckeren Inhalt verspricht.
Schönheit hat also etwas mit sozialem Erfolg zu tun. Wer jung und schlank daherkommt, mit harmonischen Gesichtszügen, dem werden Eigenschaften wie Gesundheit, Willenskraft und Erfolgsorientiertheit einfach so zugeschrieben. So betrachtet, hat Schönheit durchaus einen Wert, den man in Geld ausdrücken könnte – wie es bei hoch bezahlten Topmodels der Fall ist. Aber was ist ein schönes Gesicht? Wissenschaftler sind der Frage mit Hilfe von digitaler Bildbearbeitung auf den Grund gegangen. Um ein Abbild idealer Proportionen zu schaffen, reicht es aus, Daten vieler realer Gesichter in den Computer einzugeben. Der rechnet dann, Pixel für Pixel, die Durchschnittswerte aus. Lange Nasen, Pickel, fliehende oder spitze Kinne und Hamsterbacken verschwinden so wie von Geisterhand. Ist Schönheit doch nur ein statistischer Mittelwert?
Unser ganzes Leben verläuft in jeder Schattierung nur durch gezielte Nachbehandlung erfolgreich: In der Ausbildung durch Lernen, im Sport durch Training, im Beruf durch Fortbildung, Taktieren, Jobwechsel. Und in der Schönheit durch Aufbesserungen mit Fitness, Diäten, Mode, Kosmetik – und bisweilen durch meine Wenigkeit.

Professor Mang – »King of Nose«

An dieser Stelle möchte ich mich vorstellen. Mein Name ist Werner Mang. Ich bin Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohren-Heilkunde/ Plastische Operationen und Professor der Medizin. Seit 1990 leite ich die Bodenseeklinik in Lindau, die als größte Schönheitsklinik Europas gilt. Mit über 3000 Eingriffen im Jahr dürfte unsere Fachklinik eine der bedeutendsten für Schönheitsoperationen auf dem Globus sein. In der deutschen Presselandschaft werde ich gelegentlich von den unterschiedlichsten Organen als »Schönheitspapst« (»Das Goldene Blatt«) oder als »Falten-Terminator vom Bodensee« (»Der Spiegel«) bezeichnet, was meine Mitarbeiter, meine Familie und ich eher schmunzelnd zur Kenntnis nehmen.
Der Stellenwert der Schönheit ist traditionell besonders hoch beim Medium Film. Kein Gesicht, das nicht geschminkt und technisch nachgebessert wird. Keine Kulisse ohne verschönernde, unterstützende und manchmal auch überzeichnende Eingriffe. Diese Unterstützung gestehe ich auch dem Körper eines Menschen zu. In unserer Klinik nehmen wir, neben Rekonstruktionen nach Unfällen und Krebserkrankungen, unter anderem Nasen- und Brustoperationen, Facelifting, Lidkorrekturen, Fettabsaugung, Faltenunterspritzung, Oral- und Venenchirurgie, Haartransplantationen, Bauchdecken-, Oberarm- und Oberschenkelstraffung vor. Um es unmissverständlich zu sagen: Ich verdiene meinen Lebensunterhalt als Schönheitschirurg. Und ich versuche, das medizinisch Machbare zu unternehmen, damit sich die Patientinnen und Patienten wieder glücklicher fühlen. Ich will regulieren, reparieren, Unzulänglichkeiten korrigieren, aber ich will niemanden auf dieser Welt tunen oder designen, wie es manche Kollegen in den USA machen.
Es ist grauenhaft, was sich inzwischen auf dem Sektor der Schönheitschirurgie und Schönheitsreparatur abspielt, wie dieser Teil unserer Kultur hemmungs- und bedenkenlos, unmenschlich und vor allem unnatürlich ausufert. Heerscharen von bemitleidenswerten Zombies, verunstaltet von gewissenlosen Ärzten, werden auf die Menschheit losgelassen, die so etwas teilweise noch schön und erstrebenswert findet. Wegen solcher Fehlentwicklungen habe ich dieses Buch geschrieben.
Immer wieder wird mir von den lieben Kollegen, die sonst wenig Skrupel haben, vorgeworfen, ich sei nur HNO-Arzt. Das scheint für viele, von Neid und Missgunst zerfressenen, Ärzte der einzige Schwachpunkt in meinem Lebenslauf zu sein. Doch ich bin stolz darauf, dass ich Facharzt für HNO/Plastische Operationen bin. Den Facharzt für Plastische Chirurgie gibt es erst seit dem Jahr 1993, zu diesem Zeitpunkt war ich bereits ärztlicher Direktor der Bodenseeklinik in Lindau. Und im Bereich der Ästhetischen Chirurgie habe ich eine über zehnjährige Ausbildung absolviert. Nach meiner chirurgischen Grundausbildung habe ich am Klinikum Großhadern der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität den Facharzt für HNO und Kopf-/Halschirurgie gemacht, weil mich immer das Gesicht am meisten faszinierte und weil es der schwierigste Teil in der Ästhetischen Chirurgie ist. Eingriffe der plastischen Gesichtschirurgie wie Nasenoperationen, Facelift oder Lidkorrekturen gehören zu den anspruchsvollsten in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie. Ich sehe immer wieder junge plastische Chirurgen, die an meiner Klinik hospitieren und keine Ahnung von Gesichts-OPs haben. Für mich ist die Nasenchirurgie, die schwierigste der Ästhetischen Chirurgie, eine Spezialität geworden, die mich dank meines HNO-Facharzttitels weit über die Grenzen Deutschlands auch international bekannt gemacht hat.
Die moderne Schönheitschirurgie ist ein Spiegel unserer Gesellschaft. Die Wertesysteme in Familie und Beruf, im Bereich von Geschmack und im Umgang miteinander sind völlig aus den Fugen geraten. Wir befinden uns in einer Zeit der verlorenen Ästhetik, der äußeren und inneren. Die groben Konturen des Verfalls sind in allen wesentlichen Bereichen unseres täglichen Lebens vermehrt festzustellen, weil ja alles miteinander verwoben ist. Begriffe wie Ehre, Respekt, Fleiß, Disziplin, Zuverlässigkeit, Courage, Treue und Solidarität erscheinen wie Relikte aus einer Vergangenheit.
In der Zwischenzeit hat die Gesellschaft in allen Schichten mit großer Beharrlichkeit daran gewirkt, traditionelle Tugenden bis auf kaum erkennbare Reste abzuschleifen. Gut sichtbar und wie von Millionen von Scheinwerfern angestrahlt, präsentieren sich moderne Charaktermerkmale wie Neid und Geiz, über den Werbeagenturen so lange gegrübelt haben, bis sie ihn »geil« fanden. Der Verfall von Geschmack, Eleganz und Stil bildet den zähen, aber sehr fruchtbaren Nährboden für eine armselige Society, in der sich Hunderte von TV-Moderatorinnen, abgehalfterte Sportler, Schlagersänger, selbst ernannte Kult-Transvestiten, ausgerastete Söhne und Töchter ausrangierter Musik- und TV-Celebrities, Porno- und Selbstdarsteller tummeln, wo sich geld- und machtgierige Trophäenfrauen mit Sugardaddys, Aktienspekulanten und falschen Adligen präsentieren und das auch noch selbstverliebt Entertainment nennen. Und wir anderen, die vermeintlichen Spaßverderber und Spießer, die seit 20 oder 30 Jahren immer noch mit derselben Frau glücklich verheiratet sind, die keine Nanny haben und ihre Kinder selbst erziehen, die das, was sie kaufen, auch auf Heller und Pfennig bezahlen, wir stehen mehr schweigend als staunend draußen im großen Dunkel des Zuschauerrunds und fragen uns, wer hier im Licht steht und wer im Schatten, was echt ist und was falsch.
Mit letzterer Frage habe ich tagtäglich zu tun. Mit dem Schein und mit dem Sein. Manchmal zerfließen die Grenzen wie in einem Zerrbild, das Wirklichkeit geworden ist. Dann war die Patientin oder der Patient bei einem dieser Modedoktoren in den USA, um sich mit Botox und Kollagen das Gesicht und die gesamte Optik lähmen zu lassen, und ich kann retten, was zu retten ist. Doch warum ist das so? Was treibt Menschen zu Formen und Konturen, die mit der angeborenen Natürlichkeit so gar nichts mehr zu tun haben?
Ich möchte in diesem Buch niemandem wehtun, ich bin auch kein Mensch von Traurigkeit, aber ich wollte ein Buch für die Frauen schreiben und die Männer wachrütteln, denn auch ich kann als Schönheitschirurg die Jahre nicht zurückdrehen. Ich kann nur, wie ein Bildhauer, die Hülle verbessern, aber nicht die Vitalität der Patienten. Was macht ein 70-jähriger Mann mit einer 30-jährigen Freundin, die in die Disco und das Leben in vollen Zügen genießen will? Der alte Mann hat gar nicht die Kondition, er bräuchte eine liebevolle Partnerin, mit der er jeden Tag genießen kann – und zwar stressfrei. Fünfzehn Jahre Altersunterschied sind okay, sowohl für den Mann als auch für die Frau. Alles was darüber ist, kann schon problematisch werden.
Die große Liebe seines Lebens zu finden, ist der größte Glücksfall. Ich habe viele Fehler in meiner Ehe gemacht, aber ich habe begriffen, dass meine Frau Sybille ein Glücksfall in meinem Leben ist und jeder Tag mit ihr ein Geschenk. Je älter ich werde, desto besser begreife ich das. Viele meiner Freunde haben ihre Frauen ausgetauscht, und es bleibt abzuwarten, wie es in zehn Jahren aussieht. Dann kommt meist der große Katzenjammer, dann ist man allein, hat ein Versorgungskind produziert und steht am Ende vielleicht auch noch mit leeren Händen da. Und mit leerem Herzen.

Warum ist die Schönheitschirurgie ein Tabuthema?

Ich weiß es nicht. Ist es unanständig, sich operieren zu lassen? Fragt die Presse blendend aussehende Schauspielerinnen wie etwa Iris Berben oder Uschi Glas, warum sie so toll aussehen, dann lautet die Standardantwort: Gesund leben, viel Wasser trinken, positiv denken, Sport treiben. Ich kann es nicht sagen, warum die Schönheitschirurgie nach wie vor ein Tabuthema ist. Es ist doch nichts Unanständiges, sich operieren zu lassen, wenn es gut und natürlich gemacht wird. Ich hätte keine Probleme, mir die Schlupflider und Tränensäcke operieren oder Haare transplantieren zu lassen. Nur fühle ich mich momentan wohl, so wie ich bin. Ich möchte hier keinen Prominenten outen, aber ich bin für Ehrlichkeit und Offenheit.
Verlogene Schönheit sehen wir überall in der Gesellschaft. Heimlich wird Botox gespritzt, Fett abgesaugt, Lippen werden modelliert, Näschen begradigt, Implantate gesetzt – und keiner will es zugeben. Stattdessen hören wir Erklärungen, die ebenso unsinnig sind wie dumm:
• Eine Allergie ließ die Lippen aufschwellen wie ein Schlauchboot.
• Die Antibabypille ist schuld, dass der Brustumfang plötzlich von 75 B auf 75 C gewachsen ist.
• Nicht ein Facelift hat die Falten über Nacht geglättet, sondern eine spezielle Gesichtsgymnastik.
• Und der knackige Body wurde natürlich nicht durch Liposuktion (Fettabsaugen, übrigens ein Renner bei Frauen und Männern) gestylt, sondern durch hartes Training.
Warum werden derartige Eingriffe nicht einfach zugegeben? Schönheitschirurgie ist heute Mainstream. Wir haben einen Boom trotz Rezession. Es wird lieber auf Urlaub oder ein neues Auto verzichtet als auf eine Schönheitsoperation. Als Pionier und Visionär auf diesem Gebiet ist es mein Traum, dass man mit der Schönheitschirurgie ganz normal umginge. Dieses Thema wäre längst nicht mehr so geheimnisvoll, würde weniger Neugier erregen, wenn Prominente zu ihren operativen Verbesserungen stehen würden.
Einige machen es inzwischen, und das finde ich okay. Es gibt nichts zu beschönigen und schon gar keinen Grund, sich zu schämen: Gute Ästhetische Chirurgie ist eine Wohlfühlchirurgie. Es sollten natürlich nicht die Horror-Methoden aus den USA sein, sondern eine sanfte Schönheitschirurgie, zu der man auch stehen kann, die heute zu unserem Leben und Lifestyle gehört.
In den sechziger Jahren existierte in Deutschland der Beruf Schönheitschirurg noch gar nicht. Die plastische Chirurgie kam praktisch nur zum Einsatz, um Menschen nach schweren Unfällen oder Katastrophen wieder zu einem lebenswerten Aussehen zu verhelfen. Die Hollywood-Melonen-Brüste waren noch nicht erfunden. Wer damals, wie etwa Jane Mansfield, viel Holz vor der Hütte hatte, war eben reichlich gesegnet. Man kam noch nicht auf die Idee, als Arzt Hand anzulegen. Natur pur wurde respektiert und nicht angetastet, zumindest nicht mit dem Skalpell. So bewunderte man zu dieser Zeit in München die »bella carrozzeria« der Baronin Renate von Holzschuher, die rund zehn Jahre lang Gespielin von Prinz Johannes von Thurn und Taxis war. Ihre Rundungen waren angenehm ausladend, ihre Oberweite eine garantiert freitragende Konstruktion, üppig und frech nach oben gereckt. Ihr Busen präsentierte sich von Natur aus so perfekt, dass heutzutage die Neider tuscheln würden, die Baronin habe sich die Brust richten lassen. Der liebe Gott hatte die blonde Schönheit beglückt, und das wiederum machte den Prinzen so glücklich.
Mein großer brasilianischer Kollege und väterlicher Freund Ivo Pitanguy, der als Schönheitschirurg Weltruf genießt und mich regelmäßig in der Bodenseeklinik besucht, hatte schon viele Hollywoodstars unter dem Messer. Seine Karriere begann einst in einer ganz normalen Unfallklinik in Rio de Janeiro, und noch heute arbeitet er einen Tag in der Woche in diesem Haus. Neben den, an Wunder grenzenden, Reparaturen, die verunglückten Patienten ihr Selbstwertgefühl zurückgaben, wurde Pitanguy der berühmteste Körperschneider des Erdballs. Damals rechneten sich die Grazien im »Forever-good-looking-Biotop« von Kalifornien – schon die perfekte Schönheit vor Augen, aber noch um Lichtjahre von den blonden, silikon-geklonten Beach-Beauties von heute entfernt – als Erste die Möglichkeit aus, auf dem Umweg über den Unfalldoktor dem Herrgott etwas nachzuhelfen. Mit Wünschen nach einer schöneren Nase, weniger Falten, einem größeren oder kleineren Busen. Das Po-Design kam erst viel später.

Für mich ist ein reifes Frauengesicht schön. Natürliche Klarheit ist in

Jeder Mensch, der sich unbeobachtet im Spiegel betrachtet, verzieht oder reckt sein Gesicht so, wie er glaubt, am vorteilhaftesten auszusehen. Doch Selbsteinschätzung und Fremdurteil klaffen weit auseinander. Oft jagen Patienten einem Ideal nach, ohne die eigene Persönlichkeit zu berücksichtigen. Doch kann nicht auch ein reifes Frauengesicht ausgesprochen interessant und eben darum schön sein? Es heißt, dass man um die dreißig (noch) das Gesicht hat, das einem von der Natur gegeben wurde. Mit vierzig hat man dann das Gesicht, das man sich selbst verdient hat. Lassen Sie mich hierzu Wilhelm Schmid, einen bayrisch-schwäbischen Landsmann von mir, zitieren. Ich schätze ihn als Lebenskunstphilosophen sehr. Er schrieb: »Man macht das Leben zunichte, wenn man es ewig haben will, so wie man eine Lust zunichte macht, wenn man sie immer genießen will. Alle Lust will Ewigkeit, aber die Ewigkeit ist ihr Tod.«
Wenn sich nun aber die Überzeugung – oder die Einbildung? – festgefressen hat, dass die Falten zu tief, die Nase zu groß, zu schief, zu höckerig ist, der Busen zu klein oder zu groß, entwickelt sich eine bedrückende Unzufriedenheit. Ein Rucksack voller Komplexe drückt auf die Psyche, ob nun berechtigt oder nicht. Des Menschen Wille ist bekanntlich sein Himmelreich, und bei solchen Störfaktoren helfe ich gern. Ich sträube mich allerdings, wenn Eingriffe verlangt werden, die das Typische einer Frau oder eines Mannes verändern und ihren Auftritt verfremden, nur weil der Trend es verlangt. Die Riesenwelle der Schlauchbootlippen ebbt glücklicherweise ja etwas ab. Zu mir in die Bodenseeklinik kommen Patienten aus der ganzen Welt, die wieder normal aussehen wollen: keine aufgespritzten Lippen, Mininasen, keine Megabrüste. Es war in meinen Augen ein groteskes Kulturvergehen, dass man so etwas überhaupt zugelassen hat, dass Menschen auf so unzulässige Weise lächerlich gemacht wurden. Viele meiner Kollegen machen eben alles und um jeden Preis – ohne Rücksicht auf die gebotene medizinische Sorgfaltspflicht.
Es war für mich ein Schock, als die Begum Inaara, die frühere Gabriele Prinzessin zu Leiningen, davor Dr. Gabriele Thyssen, eigentlich von Haus aus mit der strahlenden Schönheit einer Grace Kelly ausgestattet, eines Tages mit deutlich vergrößerten Lippen auftrat, was ihr Antlitz sehr veränderte. Nachdem ihre Ehe mit dem Ismaelitenführer Prinz Karim Aga Khan gescheitert ist, gewinnt ihr Gesicht das frühere Leuchten zurück. Hoffentlich ganz.
Unberechenbar ist die Natur besonders dann, wenn man zu sehr an ihr herumdoktert, wie das Beispiel Michael Jackson zeigt. Und die Sucht nach pfirsichglatter Haut führt bei Damen im Lebensabschnitt des Hoch- und Spätsommers oftmals zu Katastrophen. Es gibt so viele Medizin-Gaukler, die das Schönheitswunder versprechen, aber wegen der vielen Mängelrügen eigentlich zum Nordpol auswandern müssten, wenn nach der Heilphase der Wunden ein kaum wiedergutzumachender Horrorumbau zutage tritt. Viele Ladys mit einem ursprünglich gemütlichen (oder auch frustrierten) Gesichtsausdruck sehen plötzlich aus wie Transvestiten oder müssen mit einem Furcht erregenden Schrumpfkopflook weiterleben. Bei manchen ist die Gesichtshaut so gestrafft, dass sie die Knie anziehen müssten, um lächeln zu können, was aber nicht empfehlenswert ist, denn es könnte ja irgendwo die Sollbruchstelle reißen. Das Fließband-Aussehen dieser Patientinnen will ich erst gar nicht ansprechen.
Ich weiß auch nicht, wer was mit Donatella Versace angestellt hat. Die Italienerin geht verunstaltet durch die Welt, mit breiter Nase und Schlauchbootlippen. Noch erschreckender waren die Zeitungsfotos von Donatellas Weihnachtsurlaub 2008 in der Karibik. Ihren abgemagerten Körper krönten zwei Kugeln, höchstwahrscheinlich Silikoneinlagen, im Busen. Selten sah Mehr-Sein so erbarmungswürdig aus.

Manchmal zeigt sich im Schönheitswahn die Verlogenheit unserer Gesellschaft

Eines möchte ich kategorisch klarstellen: Ich möchte mich nicht lustig machen über die freiwilligen Opfer einer in Habitus und Geschmacksfragen hemmungslos verirrten Society, die obendrein von skrupellosen Schönheitschirurgen verschnitten wurden und nun zynischerweise nach den Gesetzen ihrer kranken Gesellschaft durchs Leben gehen – als sei ihnen das Schönste auf der Welt widerfahren. Das ist für mich der Gipfel einer verlogen lächelnden Verrohung: Erst wird der Mensch verstümmelt und der Lächerlichkeit preisgegeben, dann folgt, quasi als empfohlene Therapie, der Selbstbetrug – nach dem Motto: Bei mir bist du schön. Spätestens jetzt ist für jeden erkennbar, welchen Einfluss der Verlust von Werten und Moral auf das Schönheitsempfinden und damit auf die Schönheitschirurgie der heutigen Zeit hat.
Diese grundlegenden Erwägungen, die Kritik an erschreckenden Entwicklungen, liegen in meinem ureigenen Interesse: Ich sorge mich um die Patienten, um das Erscheinungsbild und die Zukunft der seriösen Schönheitschirurgie. Ich sehe mich sowohl als Arzt wie auch als Mitglied dieser Gesellschaft in der Pflicht, vor Auswüchsen im wahrsten Sinne des Wortes zu warnen, was ich übrigens seit geraumer Zeit tue. Wenn das heutige Schönheitsideal der Barbie-Puppe – mit uniformer Stupsnase, Wespentaille und steil aufragender Brust – von Medizinern immer eifriger nachgeschnitzt wird, ist das für mich, bei aller Liebe zum Beruf, eine widernatürliche Fehlentwicklung. Der Gang zum Schönheitschirurgen birgt nun mal gewisse Risiken und sollte nicht so gedankenlos angetreten werden wie ein Friseurbesuch. Wenn Ärzte bei Frauen Rippen herausschneiden, damit die Taille noch schmaler wird, wenn Mittelfußknochen entfernt werden, damit noch steilere High Heels getragen werden können, dann hat das nichts mehr mit vernünftiger Schönheitschirurgie geschweige denn mit der Verbesserung von Körpergefühl und Seelenzustand zu tun.
Seit über dreißig Jahren beschäftige ich mich mit Möglichkeiten und Problemen der medizinischen Schönheitsverbesserung. Seit einiger Zeit beunruhigt mich die Tatsache, dass in einer Gesellschaft, die jegliche Form von normalem Verfall und naturbedingter Alterung kategorisch ablehnt, das Streben nach Schönheit immer mehr zu einem rücksichtslosen, selbstzerstörerischen Wahn wird. Extreme Schönheitsideale gab es in der Kulturgeschichte immer wieder, das sehen wir beispielsweise an den deformierten Füßen chinesischer Frauen oder an den Tellerlippen bei den Frauen afrikanischer Stämme. Neu ist jedoch, dass mit Hilfe der modernen Medizin menschliche Körperteile geformt, zusammengeschnitten und aufgespritzt werden, die als natürliche Körperformen nicht vorkommen.
Damit wir uns nicht missverstehen: Schönheitschirurgie ist sinnvoll und heilbringend. Es gibt genügend medizinische und ästhetische Gründe, um zu helfen, ein besseres Leben führen zu können, um psychische Krisen zu vermeiden bzw. zu beenden. Dazu gehören, neben der Unfallnachsorge, natürlich auch Korrekturen im Gesicht (Nase oder bei fliehendem Kinn) und am Körper (z. B. bei unterschiedlichen Brustgrößen oder das Fettabsaugen bei der sogenannten Reiterhose, einer genbedingten Gesäßerweiterung bei jungen Frauen, denen keine Diät mehr helfen kann). Auch halte ich eine Alterschirurgie bei Tränensäcken, Schlupflidern und ein sanftes Facelifting für sehr wichtig; das ist meines Erachten genauso berechtigt wie die dritten Zähne oder Zahnimplantate sowie künstliche Hüftund Kniegelenke. Wir sind heutzutage mit sechzig so vital wie früher mit vierzig. Da sind bisweilen kleinere Eingriffe erwünscht und nötig, damit die äußere Vitalität der inneren entspricht. Denn auch unser Aussehen gehört zur sozialen Kompetenz. Da könnte man schon mal über Schönheits-OPs auf AOK-Kosten diskutieren …

Natürliche Schönheit ist in – Barbie-Puppen sind out

Es gibt jede Menge Eingriffe, die ich strikt ablehne. Und das sind: Riesenbrüste (Doppel-D), Po-Implantate bei Frauen (und Männern!), Rausschneiden von Rippen, Behandlung von Mädchen unter 16, übergroße Lippen, Brust-Implantate bei Männern, Penisverdickung und -verlängerung, Six-Pack-Bauch bei Männern, der übermäßige Einsatz von Botox. Also alles, was nach der Operation nicht natürlich aussieht, nicht gesund ist und medizinische Komplikationen vorprogrammiert. Ein Viertel unserer Eingriffe sind mittlerweile (lebens-)notwendige Korrekturen vorausgegangener Operationen bei anderen Ärzten. Das sollte nicht nur meine Kollegen nachdenklich stimmen.
Eine Zeitschrift hat mich mal als den »Robin Hood der Schönheitschirurgie« betitelt: ein Arzt, der es von den Reichen nehme, um den Armen zu helfen. Ich habe nichts gegen dieses Bild, obwohl ich es als viel zu krass und stark übertrieben empfinde. Tatsächlich habe ich die Professor-Mang-Stiftung gegründet, die es sich zur Aufgabe macht, bedürftigen Patienten, die, durch was auch immer, verunstaltet wurden, kostenlos zu helfen. So behandelte ich unter anderem Marc-David Jung, der 1988 bei der Flugshow-Katastrophe von Ramstein als Vierjähriger sehr schwer verletzt wurde. Vierzig Prozent seiner Hautoberfläche waren verbrannt. Wir Ärzte werden ihn wohl nicht mehr als einen körperlich völlig normalen und genesenen Menschen wiederherstellen können, doch wir konnten erreichen, dass sein Leben etwas leichter geworden ist.
Ich weiß aufgrund meiner Erfahrungen, was machbar ist und was Menschen weiterhilft. Vor diesem Hintergrund sage ich klipp und klar: Weniger ist mehr. Gesunde Ernährung und Lebensweise, genügend Sport, wenig Alkohol und ausreichend Schlaf machen oft (kostspielige) Schönheits-OPs überflüssig. Das ist keine Koketterie unter Schönheitschirurgen, sondern eine simple Grunderkenntnis der Medizin. Der – und nur der – fühle ich mich als Arzt verpflichtet!

Overlifted und Botoxiert ist megaout

Natürlich habe auch ich Schönheitsideale und Vorstellungen von einer funktionierenden Gesellschaft. Auch ich träume davon, wie es sein könnte – in meinem Beruf und in meiner Umwelt. Als Mediziner bekenne ich mich zur natürlichen und natürlich aussehenden Schönheit, zur ungekünstelt wirkenden Attraktivität, die den eigenen Charakter nicht verstellt, sondern eher betont. Ein unverstelltes, ungekünsteltes Leben ohne Missgunst, Neid und Gier – das ist meine Vision von menschenwürdigem Leben. Solidarität ist für mich als sozialer Leistungsdemokrat kein leeres Wort. Unter Solidarität verstehe ich die Rückkehr zu sozialen Marktwirtschaft, den Zusammenhalt in Krisenzeiten und politische Transparenz: Die Politiker sollten für die Bevölkerung da sein und nicht die Bevölkerung für die Politiker.
Die größte Solidarität aber ist für mich das Bekenntnis zum Lebenspartner, was nicht mehr en vogue scheint. Leider muss ich es oft genug erleben, dass Männer um die sechzig mit ihrer gleichaltrigen Ehefrau bei mir erscheinen und unverblümt verlangen, dass ich ihre Gattin wieder knackig herrichte. Ich weiß nicht, was da größer ist: die Unverschämtheit oder die Würdelosigkeit. Denen sage ich nur: »Richten Sie sich doch erst einmal selber her. Lassen Sie sich die Tränensäcke und Schlupflider operieren und den Bierbauch absaugen, bevor Sie mit Ihrem Machogehabe Ihre Frau zur Schönheits-OP schleppen.« Meist sind die Ehen solcher Herren bereits gescheitert, und sie sind längst dem Trend der Zeit gefolgt – zur wesentlich jüngeren Zweit- und Drittfrau. Umgekehrt sucht diese Trophäenfrau ihr (materielles) Glück beim wesentlich älteren, dafür umso reicheren und mächtigeren Mann. Bei dieser fatalen Entwicklung laufen wir alle Gefahr, dass die Keimzelle unserer Gesellschaft, die Familie, am sich aufblähenden Egoismus des Einzelnen zerbricht. Diese Krise empfinde ich als wesentlich elementarer als die des Geldes.
Ich möchte keine heile Welt predigen; die gibt es nicht. Ich bin auch kein Heiliger. Doch die Solidarität zwischen Frau und Mann, zwischen Eltern und Kindern, der Wille, in guten wie in schlechten Zeiten zusammenzuhalten, ist für mich kein leeres Versprechen, sondern Bestandteil einer lebenswerten Welt, in der die Liebe die kostbarste Schönheit ist, die den Menschen widerfahren kann. Wenn sie manipuliert wird, stirbt sie.

2. Mein Leben und der steinige Weg zum Erfolg (»Schönheitspapst«)
»Imago est animi vultus.« – »Das Gesicht ist ein Abbild der Seele.« Cicero
 
Man sagt, ein Lebenslauf sei eine Rennstrecke. Das scheint mir, mit Blick auf meinen eigenen Lebensweg, gelegentlich auch so. Ein Leben mit Vollgas, so könnte man es durchaus bezeichnen. Doch sympathisch klingt das nicht. Ich vermisse in diesem Bild die Mußestunden, jene Augenblicke der inneren Konzentration, der Ruhe und Abspannung oder des Genusses, die jeder Mensch, der auch nur ein bisschen Respekt vor sich selber hat, braucht und liebt. Viel menschlicher und für mich zutreffender empfinde ich den Spruch des Altberliner Satirikers und Originals Adolf Glaßbrenner (1810-1876), der selbst bei mir alemannischem Bayern den Punkt trifft: »Welt, jetzt kannste wieder losjehn! Lebenslauf, ick erwarte dir!« Genauso war das in meinem bisherigen Leben. Ein Ziel vor Augen, Gas geben – und »Welt, jetzt kannste losjehn!« Das Ziel war immer dasselbe -, ein guter Arzt werden, gemäß dem legendären Eid des Hippokrates von Kos (460-370 v. Chr.): »Ärztliche Verordnungen werde ich treffen zum Nutzen der Kranken nach meiner Fähigkeit und meinem Urteil, hüten aber werde ich mich davor, sie zum Schaden und in unrechter Weise anzuwenden. … Wenn ich diesen Eid erfülle und nicht breche, so sei mir beschieden, in meinem Leben und meiner Kunst voranzukommen, in dem ich Ansehen bei allen Menschen für alle Zeit gewinne …«
Ja, das war mein großes Ziel: den Menschen helfen. In meinem Leben und in meiner Kunst vorankommen. Dahin führte mich all mein Ehrgeiz, den ich hier nicht leugnen möchte. Ohne ihn wäre ich nicht so weit gekommen. Man muss sich diesen Lebenslauf vergegenwärtigen, um meine Empfindungen, bisweilen auch den Zorn über durchgeknallte Typen der sogenannten Society, über den folgenschweren Werteverlust und meine unbequeme, manchmal widerborstige Einstellung zum eigenen Stand der Schönheitschirurgie zu verstehen. Mein Lebenslauf verrät, wie ich ticke: als Arzt, als Mensch, als Familienvater und als Mitglied dieser Gesellschaft. So gesehen ist mein Weg durch mein berufliches wie privates Leben eine Visitenkarte, auf die ich stolz bin.
Geboren wurde ich als Schwabe. Ich gehöre also zu einem Volksstamm, dem man gleichermaßen Sparsamkeit, Bodenständigkeit und eine gewisse Sturheit, mit der wir unsere Vorhaben verfolgen, nachsagt. Angeblich können wir alles, außer Hochdeutsch. Ein bisschen trifft dies alles auch auf mich zu. Ich kam am 4. September 1949, Sonntagskind, im altehrwürdigen Ulm zur Welt, der Geburtsstadt illustrer Persönlichkeiten wie Albert Einstein, Dieter und Uli Hoeneß, Siegfried Unseld, Claudia Roth, Amelie Fried und Mike Krüger, um nur einige zu nennen. Warum Ulm? Unsere Familie kommt vom Bodensee und aus dem Allgäu. Mein Vater, Dr. Karl Magnus Mang, leitete als Forstdirektor das Forstamt Lindau und stammte, wie meine Mutter Luise, geborene Baur, aus dem Fuggerstädtchen Babenhausen im Unterallgäu. Der Vater stammt aus einer Bauernfamilie mit neun Kindern und meine Mutter aus einer Unternehmerfamilie (Landmaschinen). Karl Magnus, dem ich sehr viel zu verdanken habe, durfte als jüngstes Kind der Familie aufgrund seiner Intelligenz studieren.
Er wurde vom Babenhausener Pfarrer auf das Priesterseminar nach Dillingen geschickt. Nach dem Abitur entdeckte mein Vater – Gott sei’s gedankt! – die weltlichen Freuden. Er lernte meine Mutter kennen; nach der Hochzeit zog das Paar nach Lindau. Zuerst wurde mein Bruder Karl, der heute Jurist ist, geboren, dann war ich unterwegs. Es sollte eine schwierige Geburt werden. Bei der Diagnose »Beckenendlage« sah sich der Lindauer Gynäkologe überfordert, meine Mutter wurde ins Bethesta-Krankenhaus nach Ulm geschickt, um dort ihr Kind zur Welt zu bringen. Die Geburt war tatsächlich schwierig, mein linker Arm einige Monate gelähmt. Bei meiner Mutter musste ein sogenannter vaginaler Kaiserschnitt gemacht werden, der heute wohl nicht mehr durchgeführt wird. Die Geburt stand auf Spitz und Knopf. Ich hatte die ungewöhnliche Länge von 62 Zentimetern und ein Gewicht von über vier Kilogramm, war also ein »Wonneproppen«, der schon damals seinen eigenen Weg ging.

In der Volksschule gab es oft Schläge mit dem Bambusstock

Ich wuchs, umgeben von einer wunderbaren Landschaft, in einem Forsthaus auf; mein Vater legte großen Wert auf preußische Erziehung, auf Naturverbundenheit, Wandern und Sport. In unserem Garten waren sogar Rehe. Eines Tages brachte mein Vater einen jungen Fuchs mit nach Hause, der ganz zahm wurde und den ich an der Leine in den Kindergarten mitnahm. Frühzeitig unterstützte der Vater meine sportlichen Aktivitäten; er baute im Garten einen Bolzplatz, sodass ich bereits im Alter von fünf Jahren mit meinen Freunden Fußball spielen konnte. Im Kindergarten fiel ich als unbequemes, manchmal stures Kind auf. Meine Mutter sagte später, dass ich frühzeitig eine gewisse Führungsrolle beansprucht hätte. 1954 kam ich mit fünf Jahren in die Volksschule von Lindau-Aeschach. Bereits in diesem zarten Alter entdeckte ich das weibliche Geschlecht: Ich wollte die Mädchen vor den anderen Buben beschützen. Da gab es häufig handfesten Streit. Oft kam ich mit zerrissener Kleidung nach Hause, wenn ich mich mal wieder gegen andere Jungs durchsetzen musste. Ich war halt ein richtiger Lausbub und bekam in der Schule hin und wieder auch »Tatzen«, was damals eine bei den Lehrern beliebte Strafe war. Wir Kinder haben sie gefürchtet und gehasst. Man musste morgens vor die Klasse treten und man bekam, je nach »Straftat«, mit einem Bambusstock sechs bis zwölf Schläge (»Tatzen«) auf die Hände. In der dritten Volksschulklasse unterrichtete mich Frau Weyer. Sie hatte einen Narren an mir gefressen, weil sie sah, dass ich ehrlich, aber auch eigen und dickköpfig war. Und dass ich ohne großen Fleiß sehr gute schulische Leistungen erbrachte. Sie hat mich so begeistert, dass ich Ministrant wurde und Missionar werden wollte.
Meine Volksschulzeit war wunderbar. Im Sommer bin ich jeden Tag mit dem Fahrrad zum Bodensee gefahren. Ich bin geschwommen und getaucht. Meinen ersten Kuss bekam ich mit zehn Jahren im Aeschacher Bad. Ich wusste gar nicht, wie mir geschah. Mit meinem Vater unternahm ich bereits mit sechs Jahren Bergtouren auf die Lindauer Hütte. Er brachte mir auch das Skifahren bei. Wir fuhren in wunderbare Orte, nach Schruns, in den Bregenzer Wald, nach Lech am Arlberg, nach Lenzerheide, und wohnten in einfachen Pensionen. Es ist das große Verdienst meines Vaters, dass er mir unsere wundervolle Heimat zeigte und mich so erzog, dass ich mir ein Leben mit Problemen nicht vorstellen konnte. Bis zu meinem 18. Lebensjahr wusste ich nicht einmal, was das Wort Problem für mich bedeuten könnte, so behütet wuchs ich auch. Dafür bin ich meinen Eltern sehr dankbar
Ab 1959 ging ich auf das Bodenseegymnasium in Lindau. Ich kann mich noch erinnern, dass von 28 Schülern meiner Volksschulklasse nur drei die Aufnahmeprüfung geschafft haben, eine Elite-Auslese. Das Bodenseegymnasium war eine strenge Lehranstalt mit Tradition; es wurde bereits 1582 als Lateinschule gegründet. Zu den Absolventen, die dort ihre Reifeprüfung ablegten, gehören zum Beispiel der Schriftsteller Martin Walser, der Autor und ZDF-Journalist Wolfgang Herles oder der erfolgreiche Informatiker und Unternehmer (sun microsystems) Andreas von Bechtolsheim. Ich begann mit Latein, lernte ab der Untertertia (4. Klasse Gymnasium) Griechisch und Englisch; ich erhielt also eine humanistische Ausbildung, wofür ich sehr dankbar bin. Was die griechischen und lateinischen Philosophen vor über 2000 Jahren gelehrt haben, hat bis heute hohen moralischen Stellenwert. »Homo doctus in se semper divitias habet«, sagte der römische Dichter Phaedrus (20 v. Chr.-51 n. Chr.). Das heißt: Ein gebildeter Mensch hat immer Reichtum in sich. Und meinen amerikanischen Kollegen, die leider oft ebenso hemmungslose wie grauenhafte Arbeit abliefern, möchte ich folgenden Spruch von Cicero (106-43 v. Chr.) zurufen, in der Hoffnung, dass sie ihn auch verstehen: »Imago est animi vultus.« – »Das Gesicht ist ein Abbild der Seele.«

Mit 16 Jahren hatte ich meine erste Freundin: Birgitt aus Essen

Bald jedoch musste ich am Gymnasium erkennen, dass ich nicht den für mich passenden Zweig gewählt hatte. Ich hatte Schwierigkeiten mit Latein und Griechisch, ich war naturwissenschaftlich talentiert. Ich tat mich leicht in Physik, Mathematik und Chemie, aber in Sprachen war ich nie der große Held. Das ist bis heute so geblieben. Ich mühte mich also mit Latein ab, und als mit vierzehn noch Griechisch dazukam, hatte ich katastrophal schlechte Noten. In den Naturwissenschaften lauter Einser, aber die Sprachen machten mir Stress.
Ab meinem vierzehnten Lebensjahr arbeitete ich regelmäßig in den Ferien. Ich war jeweils zwei Monate im Sommer Bademeister am Bodensee, anfangs im Lindenhofbad, später im Strandbad. So lernte ich auch mit sechzehn meine erste Freundin kennen, eine Birgitt aus Essen. Es war eine wunderbare Romanze, nicht mit Handy, SMS oder Internet, sondern ein süßer Flirt mit Händchenhalten, Spaziergängen, Kino- und Eisdielenbesuchen. Wir haben uns an der Natur und am Leben gefreut – und nicht diese Probleme gewälzt, die Jugendliche heute haben.
Zu diesem Zeitpunkt war mir schon klar, dass ich Medizin studieren wollte. Besonders interessierte mich das Gebiet der wiederherstellenden Chirurgie, der Transplantation, der Gesichtschirurgie. Deswegen habe ich auch in der Schule in Kunst Gesichter und Körper gezeichnet, habe Tonfiguren modelliert, Gesichter mit langen und kurzen Nasen, abstehenden Ohren, Frauenkörper mit großen oder kleinen Brüsten. Meine Mutter ist an diesen Modellen fast verzweifelt, weil ich jede Woche eine andere Büste mit nach Hause brachte. Damals habe ich den Wunsch geäußert, Chirurg zu werden. Das Thema Schönheitschirurgie war noch nicht bekannt, lediglich Professor Ivo Pitanguy, der Nestor der Schönheitschirurgie aus Rio de Janeiro, publizierte bereits in den sechziger Jahren zu ästhetischen Operationen. Es war schwierig, an diese Schriften zu kommen. In Zeitungen habe ich ab und zu spärliche Meldungen über Professor Pitanguy gelesen. Und ich wollte ihn sofort nach dem Abitur in Brasilien besuchen.

Mein Vater fuhr Opel Rekord; zu einem Opel Kapitän hat es nicht gereicht

Meine Kindheit und Jugend war nicht von einer Medizinerfamilie geprägt. Meistens ist es auch nicht gut, wenn man einem Elternteil oder beiden Eltern nacheifert. Ich habe mein Leben selbst in die Hand genommen und mich durch meine Ferienjobs finanziell über Wasser gehalten. Zu Hause wurde ich streng erzogen. Ich wurde kurz gehalten; es war schon viel, wenn ich am Kiosk einen Kaugummi bekommen habe. Kinder, die über zu viel Geld verfügen, haben oft nicht den Ansporn, selbst etwas zu schaffen. Ich war mit meinen Eltern im Zelturlaub in Italien. Wir sind mit dem Vater in die Jugendherberge gefahren, gingen zum Bergwandern und haben auf dem Matratzenlager geschlafen. Das war wunderschön, und ich möchte diese Zeit nicht missen. Ich habe versucht, auch meine Kinder mit dosierter Strenge zu erziehen. Aber ich habe natürlich nicht die Vorbildfunktion, die mein Vater hatte. Ich war mit meinen Kindern nie in der Jugendherberge oder im Zeltlager, dafür war meine Zeit leider immer zu knapp. Wenn wir mal gemeinsam unterwegs sind, logieren wir in 5-Sterne-Hotels, und ich fahre gern schicke Autos. Mein Vater hatte immer nur einen Opel Rekord oder Opel P 4, zu einem Opel Kapitän hat es nie gereicht, obwohl das damals sein Traumauto war.
Ich habe versucht, meinen Nachwuchs nach dem Leistungsprinzip zu erziehen. Sowohl meine Tochter als auch mein Sohn haben ein Einser-Abitur gemacht. Mein Sohn studiert meinen Alternativ-Traumberuf Architektur in München, meine Tochter, nach anfänglichem Medizinstudium, jetzt Kommunikationswissenschaften ebenfalls in München mit dem Ziel, vielleicht meinen Klinikkonzern zu übernehmen; zumindest strebt sie den Vorstand für Marketing-Medizinmanagement an.
Die Zeit auf dem Gymnasium war für mich Megastress, das muss ich sagen. Ich war in einer sehr braven Klasse mit 20 Schülern und hatte nur einen Freund, Christian Lutz. Die anderen hatten Anlagen zum verklemmten Spießer – so sah ich das zumindest damals. Sie verkrümelten sich ausschließlich hinter ihre Bücher. Auch ich musste viel lernen, denn das Abitur war für mich Pflicht, um studieren zu können. So habe ich mich in den beiden letzten Jahren extrem angestrengt, damit ich ein Einser-Abitur schaffe; der Numerus clausus für Medizin lag bei einem Notendurchschnitt von 1,6.
Während meiner gesamten Schulzeit kompensierte ich den Lernstress am Nachmittag mit Sport, täglich drei bis vier Stunden. Ich hatte Oberschenkel wie ein Zehnkämpfer, brachte es im Tennis zum Allgäuer Jugendmeister und war in der bayerischen Jugendauswahl. Ich verdiente mein Geld als Balljunge und bekam damals 50 Pfennig pro Stunde. Mein erster Tennisschläger, mit dem ich Allgäuer Jugendmeister wurde, war ein alter Maxplay für sechs D-Mark. Mein Vater musste mich oft vom Tennisplatz wegprügeln, weil ich die Hausaufgaben vergessen hatte.
Im Sommer waren das Aeschacher Bad und der Tennisplatz mein Reich. Damals habe ich die Sommer als viel länger und wärmer empfunden. Die Wassertemperatur des Bodensees betrug oft wochenlang 23 bis 25 Grad. Das Aeschacher Bad am Lindauer Seeufer war auch Treffpunkt für meine Freunde und Freundinnen. Obwohl ich nicht der Schönste war, hatte ich doch gute Chancen bei den Mädchen; sicher habe ich auch einige hübsche Lindauerinnen unglücklich gemacht (?). Im Winter war Skifahren angesagt. Ich war im Skiclub und bin an den Wochenenden Skirennen gefahren. Später arbeitete ich als Skilehrer, um mein Studium zu finanzieren.
Das Abitur 1968 war noch einmal eine richtige Quälerei. Ich hatte überall super Noten, aber Latein und Griechisch waren für mich der blanke Horror. Ich weiß noch heute, dass ich beim Abitur in Griechisch den Text durchgelesen und kein Wort verstanden habe. Da dachte ich mir, jetzt ist dein Traum, Medizin zu studieren und zu Professor Pitanguy nach Brasilien zu fahren, ausgeträumt: Du packst den Numerus clausus nicht. Als ich dann in allen Fächern eine Eins schaffte und in Latein eine Drei und Griechisch eine Vier, hat es doch noch zu einem Notendurchschnitt von 1,6 gereicht.
Gleich nach dem Abitur kaufte ich mir von meinem ersparten Geld ein altes VW-Cabrio, für 400 D-Mark von einem Lehrer aus Aalen. Bei meinem Onkel Karl in Babenhausen habe ich dieses Auto zerlegt, den Motor frisiert, Auspuff erneuert und das Cabrio dunkelgrün umgespritzt. Dann fuhr ich im August 1968 mit meinem Freund Christian Lutz an die Côte d’Azur. In Saint-Tropez haben wir am Tahitistrand gezeltet. Ein herrliches Gefühl: Jetzt gehörte mir die große weite Welt. In der Zwischenzeit hatte mich mein Vater in München zum Studium der Medizin und, als Alternative, für Architektur und Betriebswirtschaft angemeldet. München war damals meine Traumstadt, ich wollte nur dort studieren. Im September erhielt ich in Saint-Tropez ein Telegramm, dass ich einen Studienplatz für Medizin bekommen hätte und sofort nach Hause kommen solle. Mir wurde in der Schellingstraße ein Zimmer im vierten Stock bei einem Herrn Olbrich besorgt – Kohleofen für 60 D-Mark im Monat. So begann mein Studium mit dem Wintersemester im Herbst 1968.

Was die Sterne mir für mein späteres Leben mitgaben

Das Sternzeichen Jungfrau gibt mir Zuverlässigkeit, Genauigkeit und Strebsamkeit. Mein Aszendent ist Löwe, damit habe ich auch eine wirtschaftliche Ader. Weil mein Vater Beamter war, bekam ich kein BAföG. Ich erhielt von ihm monatlich 300 D-Mark zum Studieren. Damals konnte man damit gerade so auskommen; aber ich habe mein Budget mit Taxifahren, als Ski- und Tennislehrer etwas aufgebessert. Nach dem ersten Semester bin ich bei Herrn Olbrich ausgezogen und habe mich in eine Wohngemeinschaft in der Apianstraße 5, die später für ihre Feste berüchtigt war (Kommune 5), eingemietet. Dort wohnten noch drei weitere Freunde. Natürlich hatte auch ich lange Haare, ziemlich wild, heute würde man cool sagen. Ich war gegen das Establishment, habe aber immer Gewalt von links verachtet. Meine Devise war und ist auch heute noch die »soziale Leistungsdemokratie«. Ich muss gut werden, besser als die anderen, dann geht es mir auch gut. Nicht durch Krakeele, Haschisch und andere Drogen. Mein Ausgleich waren Sport, schöne Frauen, schöne Autos. Das Getue um die 68er-Generation war mir zu blöd. Die ewigen Diskussionen, Demonstrationen, Sit-ins haben letztendlich nicht so viel bewegt.
Während meines Studiums habe ich viele interessante Menschen kennengelernt. Mein erstes Steckenpferd und meine ganz große Leidenschaft war mein zukünftiger Beruf. Ich habe mich sofort zur Anatomie und Chirurgie hingezogen gefühlt. Das wirkte sich entsprechend auf meine Leistungen aus: Alle meine Zertifikate trugen hervorragende Noten, und ich war schon während meiner Studentenzeit Anatomieassistent und habe andere Studenten ausgebildet. Anatomie ist gleich Chirurgie. Wer die Anatomie kennt und handwerklich begabt ist, kann gut operieren. Ich fürchte jedoch, dass aufgrund des immer strengeren Numerus clausus gute Chirurgen immer seltener werden. Denn die Zulassungsbeschränkungen an den deutschen Universitäten haben mit dem, was einen guten Chirurgen ausmacht, nichts zu tun. Übrigens auch nicht mit einem guten Arzt. Hier müsste ein anderes Auswahlverfahren getroffen werden, damit Menschen zum Medizinstudium kommen, die von ihrer Persönlichkeit her für den Arztberuf geeignet sind. Ich mag weltoffene Menschen, die unbequem sind, aber leistungsorientiert, sozial kompetent, nicht neidisch, stolz auf sich sind, sportlich, Freude am Leben haben und die keine künstlichen Probleme wälzen. Bis zum Physikum habe ich das Leben in vollen Zügen genossen. Nach den Prüfungen wurde gefeiert. Wir hatten wenig Geld, aber dafür war das Feiern umso schöner.
Mit meinen Kommilitonen Bernd, Eckehard und Helmut habe ich mich ab dem vierten Semester auf das Physikum vorbereitet, und zwar bei dem legendären Pauker Dr. Heinzler. Etliche schöne Frauen haben mein Leben in jener Zeit begleitet, vor allem Margot hat mir im Studium sehr geholfen und mir einen starken psychischen Halt gegeben. Das Physikum war eine anspruchsvolle Hürde; aber da mir das Medizinstudium Spaß gemacht hat, konnte ich sowohl das Physikum als auch das Staatsexamen mit der Note eins abschließen. Dafür habe ich mich selbst belohnt: Nach dem Physikum habe ich mir von meinem Ersparten den ersten Porsche 911 gekauft, gelb, gebraucht, für 14 000 D-Mark, eine damals astronomische Summe.
Am Bodensee und in Lindau habe ich mich immer sehr wohl gefühlt, dieses Gefühl habe ich auf meine Kinder übertragen. Ich bin ein alemannischer Schwabe, der ausgezogen ist, die medizinische Welt zu erobern, aber meine Wurzeln habe ich nie vergessen. Der Bodensee ist eine der schönsten Regionen Deutschlands, nur eine Stunde von Zürich entfernt, eine Stunde zum Skifahren am Arlberg, zwei Stunden bis München. Eine traumhafte Landschaft mit mediterraner Vegetation. Kein Wunder also, dass ich nach dem Physikum im Kreiskrankenhaus Lindau drei Monate famuliert und dort bei meiner ersten Blinddarmoperation assistiert habe. Mein Herz gehörte schon damals der Chirurgie. Und das Kreiskrankenhaus Lindau hat mich chirurgisch geprägt. Als Famulus musste ich Nachtdienste mitmachen; ich habe bei Geburten assistiert und nachts bei Patienten, die nach Unfällen kamen, mitoperiert. Als später mein Onkel Chefarzt wurde, war ich dort chirurgischer Assistent mit der Möglichkeit, als junger Arzt sehr viele Eingriffe durchzuführen.

Ich flog nach Brasilien, zu Professor Pitanguy, meinem großen Vorbild – mit 200 DM in der Tasche

Mein ganzer Ehrgeiz galt der Ästhetischen Chirurgie, deswegen bin ich bereits 1971 von meinem ersparten Geld mit Capital Airlines, das Flugticket für 280 D-Mark, mit dem Rucksack nach Rio de Janeiro gereist. Dort ging ich sofort in die Privatklinik zu Professor Pitanguy in der Rua Dona Mariana in Botafogo. Ich erschien bereits um 10.00 Uhr morgens und habe die Sekretärin gefragt, ob ich Professor Pitanguy sprechen könne. Sie meinte, dass täglich viele junge Kollegen aus der ganzen Welt bei ihrem Chef hospitieren wollten, man müsse sich langfristig anmelden. Hartnäckig habe ich von 10.00 Uhr bis abends um 18.00 Uhr vor dem Sekretariat gewartet. Dann kam er – Professor Pitanguy – nach den Operationen zu seiner Sekretärin. Und ein Wunder geschah! Die Sekretärin holte mich um 19.00 Uhr in sein Zimmer. Wahrscheinlich hatte sie ihm gesagt, dass da ein verrückter junger Deutscher schon acht Stunden ohne Essen und Trinken auf ihn wartete. Auf dieser Sturheit beruht mein Durchsetzungsvermögen. Ich ließ und lasse mich durch Niederlagen nicht abwimmeln. Zu einem beruflichen Aufstieg gehört Durchsetzungsvermögen, egal, ob man Mediziner, Architekt oder Politiker ist. Durch Niederlagen wird man stärker. Um ganz nach oben zu kommen, benötigt man nicht nur Intelligenz, sondern auch Fleiß und eine stabile Psyche. Dann kann man alles schaffen. Das möchte ich der heutigen Jugend vermitteln.